Es war wenig los diese Woche. Dadurch hatten die Möglichkeit Versäumnisse nachzuholen und endlich mal über Googles OpenSocial zu sprechen. Ob es die Web 2.0 Revolution ist, erfahrt ihr in der Sendung. Viel Spass.
Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
Themen:
- Pneumatische Weste für Ego-Shooter
- Jugendlicher für virtuellen Diebstahl verhaftet
- DRM für private Daten
- OpenSocial - Googles neue API
- whereareu - das deutsche Twitter?
- weitere Themen in den Shownotes
Es war wenig los diese Woche. Dadurch hatten die Möglichkeit Versäumnisse nachzuholen und endlich mal über Googles OpenSocial zu sprechen. Ob es die Web 2.0 Revolution ist, erfahrt ihr in der Sendung. Viel Spass.
Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
Die Sendung zum herunterladen:
Themen:
Gamerzubehör
Die US-Firma TN Games bringt für läppische 189 Dollar eine pneumatische Weste namens 3rd space auf den Markt. Mit dieser Weste kann man dann bei unterstützten Spielen die Einschläge der gegnerische Kugeln am eigenen Leib spüren. Es ist natürlich die Frage, ob das nicht eher irritierend ist. Bei Heise und Telepolis gibt es mehr zu dem Thema.
Um zu testen, ob aktuelle Spiele überhaupt auf dem heimischen Rechner laufen, haben wir kürzlich eine interessante Internetseite entdeckt. Im System Requirements Lab wird nach Auswahl des gewünschten Spieles entweder ein ActiveX-Control oder ein Java-Applet geladen, welches den Rechner prüft. Im Bericht wird einem dann mitgeteilt, wie es um den eigenen Rechner steht. Dabei werden nicht nur generelle Voraussetzungen geprüft, sondern auch die Aktualität der Treiber. Sind diese zu alt, bekommt man direkt den Downloadlink zu einem aktuelleren Treiber.
Jugendlicher für virtuellen Diebstahl verhaftet
Wie die BBC und mittlerweile auch Heise berichten, wurde in den Niederlanden ein 17jähriger verhaftet. Er klaute in der virtuellen Online-Welt Habbo virtuelle Möbel. Er realisierte dies indem er über Account-Phishing an die Zugangsdaten anderer Nutzer gelangte. Mit diesen meldete er sich dann an und trug deren Möbel in die Habbo-Zimmer seiner Komplizen. Bei der ganzen Aktion sei ein Schaden von €4000 entstanden. Viel besorgniserregnder ist eine älter Meldung aus dem BBC-Artikel. Ein chinesischer Spieler hat einen Mitspieler (im echten Leben) erstochen, weil dieser ein geliehenes (virtuelles) Schwert weiterverkauft hatte.
DRM für private Daten
Das Problem mit persönlichen Daten im Internet ist, dass sie sich nur schwer wieder entfernen lassen. Diese Problematik wurde beim zweiten Internet Governance Forum (IGF) der Vereinten Nationen angegangen. Über das IGF und seine positiven Eigenschaften (im Gegensatz zum UN Weltgipfel zur Informationsgesellschaft - WSIS) berichteten wir bereits in Episode 43 (Wie regiert man das Internet?). Diesmal ging es unter anderem um persönliche Inhalte und die zuvor genannte Problematik diese wieder loszuwerden. Eine interessante Idee bei den Treffen war, DRM-ähnliche Mechanismen einzusetzen. Inhalte könnten so bspw. ein Verfallsdatum bekommen, oder einfach widerrufen werden.
Bei Text-Inhalten gestaltet sich DRM-Schutz wahrscheinlich noch komplizierter, als bei Musik oder Videos, da man den entsprechenden Text ja einfach (sofern man temporär eine Lizenz hat) in eine nicht-geschützte Form übernehmen kann. Entzieht der Urheber die Lizenz bleibt die Kopie dann trotzdem zugänglich. Die Idee ist also interessant, aber vielleicht auch nur ein Papiertiger. Das wichtige ist allerdings, dass das generelle Problem angegangen und diskutiert wird. Nicht wenige Jugendliche werden sich in 5-10 Jahren wünschen, sie hätten nicht ihr ganzes Leben auf Myspace, StudiVZ und Co. ausgebreitet. (via heise online)
OpenSocial - Googles neue API
Was ist OpenSocial? Es ist eine API (Application Programming Interface). Also eine Schnittstelle, die Programmierer nutzen können, um nicht die Eigenheiten von vielen unterschiedlichen Systemen kennen zu müssen. ähnlich wie z.B. DirectX dafür gesorgt hat, dass nicht jeder Spieleprogrammierer in sein Spiel eigene Sound- und Grafiktreiber einbauen muss, er steuert einfach direkt die DirectX-API an. Was OpenSocial konkret enthält beschreibt Golem so:
Drei APIs sollen zunächst vorgestellt werden, die Zugriff auf Kernfunktionen und Informationen der entsprechenden Social-Network-Plattformen gewähren. Konkret geht es dabei um Profildaten, Beziehungen zu anderen Nutzern (Social Graph) und Aktivitäten der Nutzer in Form von News-Feeds.
Dabei konzentriert sich Google nur auf die Kernfunktionen von Social Networks, plattformspezifische Funktionen sollen stattdessen über die jeweiligen APIs der einzelnen Plattformen abgewickelt werden. Auch soll OpenSocial auf ein eigenes Markup verzichten, wie es z.B. Facebook nutzt. Stattdessen sollen Entwickler HTML und JavaScript nutzen.
So eine gemeinsame Schnittstelle wurde nötig, weil immer mehr Anwendungsentwickler nur noch für die populärsten Plattformen (wie Facebook) entwickeln. Google konnte sich selbst im social-web nicht behaupten. Mit diesem Schachzug versuchen sie deshalb den Markt zu spalten. Es ist anzunehmen, dass Google die Möglichkeit haben wird, in den mit OpenSocial entwickelten Anwendungen Werbung einzublenden. Das sieht ganz nach Divide and Conquer aus, ein altgedientes Prinzip also.
Warner-Music-Chef gibt Versäumnisse der Musikindustrie zu
Der MP3-Boom, der mit Napster begann war für die Musikindustrie von Anfang an nichts anderes als kriminell. Man war überzeugt, dass das eigene Produktportfolio perfekt ist und keiner Änderung bedürfe. Bis heute hat sich gezeigt, dass die MI hier ihre Kunden und deren Bedürfnisse völlig falsch verstanden (und ignoriert) hat. Der Markt hat sich selbst reguliert in dem das fehlende Angebot durch P2P-Tauschbörsen ausgeglichen wurde. Was jedem klar ist sieht nun auch die MI ein. Warner-Boss Edgar Bronfman gab die Versänisse öffentlich zu. Mal sehen, ob das am Angebot etwas ändert und vor Allem ob die MI weiterhin mit Heerschaaren von Anwälten weiterhin ihre eigene Kundschaft belästigt.
Zeitgleich muss man nämlich lesen, dass die Polizei mittlerweile so weit geht, die Privatrechner von Beschuldigten zur Analyse an eine Privatfirma weiterzugeben. Das ist deshalb brisant, weil diese Firma der Content-Industrie nahesteht. Sie gehört einem Anwalt der hauptsächlich für die Musikindustrie tätig ist. Eindeutig ein Interessenkonflikt.
whereareu - das deutsche Twitter?
Auf whereareyou.de kann man als angemeldeter Nutzer seine aktuelle Position hinterlegen. Wenn dies die eigenen Freunde auch tun, hat man die Möglichkeit sie zu seinen Kontakten hinzuzufügen. So hat man immer einen Überblick, wo sich der Freundeskreis gerade aufhält. Ein vielversprechendes neues Projekt, welches allerdings noch in den Kinderschuhen steckt. Damit der Dienst wirklich nützlich wird fehlt sicher noch einiges an Funktionalität. Eine verknüpfung mit anderen social networks sowie Mehrsprachigkeit wären zum Beispiel wünschenswert. Aber man hat sich ja auch schon bei Twitter getäuscht ;-)
Konzentrationshilfe
Wer kennt das nicht. Man versucht zu arbeiten und wird von allen möglichen Dingen auf dem Desktop abgelenkt. Unter Linux kann man einfach mit dem Konzentrationshilfe-Plugin der 3D-Desktop-Erweiterung CompizFusion alles bis auf das aktuelle Fenster abdunkeln. Für den Mac gibt es dafür nun das Tool Think und für Windows Clutter Cloak.
Länge: 29:48
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Coole Sendung, der nerdige Humor darf ruhig öfter kommen. :D
Wir haben Humor? ;-)
Matthias’ Stimme erinnert mich immer an Esel von der Esel- und Teddy-Show. :D http://esel-und-teddy.podspot.de/
Hi allerseits,
war wieder eine gute Sendung...
Aber ich bin mal gespannt was die Entwickler vom “Daten-DRM” für gute Ideen haben! Interessant ist die Idee schon diese Technik für und nicht gegen die Bürger/Verbraucher einzusetzen, aber ich kann mir keine gelungene Umsetzung vorstellen, da dies beim eigentlichen DRM auch nicht klappt.
Es würde sich doch wahrscheinlich wieder ein Monopol (wie Microsoft) bilden, dass seine Technologie hierzu zur Verfügung stellt; und das hat natürlich nichts mit offenen Standards zu tun! Und selbst wenn man es auch mit diesen entwickeln kann, ist doch jede Verschlüsselung von Daten irgendwann knackbar. Wie man am MS-DRM sieht ist dies nach einiger Zeit gut zu schaffen, man muss halt nur lange genug auf ein Programm warten. Natürlich ist das nicht legal und wird nicht von Firmen gemacht werden, aber diese könnten noch die alten verschlüsselten Daten aufbewahren um sie dann bei gegebener Zeit weiter zu leiten. Es ist ja nichts verbotenes daran verschlüsselte Daten ohne Key zu verbreiten. Allerdings könnten diese dann vom Privatmann entschlüsselt werden, um mehr aus der Vergangenheit einer Person zu erfahren.
Meiner Meinung nach sind nicht unbedingt die Web 2.0 Dienste die größte Gefahr der Privatsphäre, sondern so genannte “Internetfriedhöfe”, die alte Websites archivieren, die eigentlich schon entfernt wurden.
Ich bin gespannt auf eine Antwort
Grüße Patrick
Mit deiner Argumentation hast du nicht unrecht. Allerdings ist die Frage welches seriöse Unternehmen die Daten knacken und dann verwenden wird. Selbst wenn sie dann verwendet werden, so gebe es dann vielleicht zumindest eine Grundlage auf der man klagen könnte.
Im Grunde geht es eigentlich darum, auf welchem Wege auch immer, dem Nutzer wieder seine Rechte auf Privatsphäre und Bestimmung über die ihn betreffenden Informationen zurückzugeben. Ob das am Ende per DRM oder anderweitig geregelt wird ist ja völlig offen.
Ich denke auch nicht, dass sich unbedingt ein Monopol herausbildet. OpenID und ähnliche Techniken lassen sich ja frei selbst installieren und verwalten. Ähnliches liesse sich auch mit anderen Lösungen machen. Es geht darum einen Standard zu etablieren, dieser sollte ohnehin für jeden offen und einsehbar sein. Dementsprechend würde sich dann auch ein ganzer Kreis von Anbieter bilden der einem anbietet die eigenen Informationen zu schützen bzw. zu verwalten. Oder man könnte es auch selbst in die Hand nehmen wenn man technisch versiert genug ist.
Was die “Internetfriedhöfe” angeht. Der größte von denen ist ja archive.org, aber gerade dort kommt man innerhalb von Minuten aus deren Archiv wenn man seine Domain entsprechend entfernen lässt. Schwierig wird es natürlich wenn man auf fremden Webseiten Informationen hinterlassen hat. In dem Punkt würde ich dir Recht geben. Aber da sollte dann ja auch die obige Idee greifen wenn es mal so weit ist.
Beste Grüße,
Timon
Hi Timon, danke für die lange Antwort!
also ich meinte nicht, dass unbedingt eine Firma die Daten knacken müsste, sondern nur die noch verschlüsselten Dateien zur Verfügung stellt (wohl aus rein nostalgischen Gründen^^) und der Nutzer sie dann á la FairUse4WM entschlüsselt. Dann wäre nur der Nutzer strafbar, aber faktisch nicht zurück zu verfolgen (da es auch nicht im Sinne des Unternehmens wäre seine Kunden zu verraten).
Vielen Dank für den Hinweis zur Löschmöglichkeit seiner Homepage aus dem Internet Archive. Das zeigt den guten Willen von archive.org, aber man wird wohl, wie du gesagt hast, noch viele persönliche Informationen außerhalb seiner Website gepostet haben.
Also die Idee ist sicherlich gut, aber auf die Ideen zur Umsetzung bin ich wirklich SEHR gespannt!
Gruß Patrick
Hey..
meine Antwort zu dem Thema steht eigentlich schon oben im Artikel. Ich finde das Thema eigentlich nur aus dem Grunde interessant, dass ueberhaupt drueber diskutiert wird.
Technisch machbar ist es wahrscheinlich nicht. Was die “Friedhoefe” angeht. Die wuerden sich wahrscheinlich an ein DRM-System halten. Bzw. man koennte vlt. mit einer Art robots.txt arbeiten, die nur den Seiten das spidern erlaubt, die sich auch an DRM halten. Und wer sich nicht dran haelt, den koennte man mit spider-traps aussperren (siehe google)..
Hallo,
mh also nach der einen Seite wo man Testen kann ob ein Game auf seinem Pc läuft sagt bei mir die Seite bei dem Game Crysis das das Game laufen würde? Aber nicht mal die Demo läuft bei mir ruckel voll und Crysis soll bei mir laufen mit meiner Grafikarte (Nividia Geforce 7200GT)?? Bei dem rest bezweivle ich auch nicht die Angaben das Game müste schon mit nem Intel Pentium D und 2GB rbeitspeicher auskommen.
mfg Bischi
Also die checken da soweit ich das sehen kann hauptsechlich die angaben auf der packung. Wenn dein System besteht, kann es natuerlich sein, dass du nur die minimalen Voraussetzungen erfuellst und alle Details im Spiel selbst runterdrehen musst. Oder die Demo ist von den Werten her nicht mit der Gold vergleichbar.