Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
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Themen:
Endlich ist es soweit! Man kann es den Dammbruch beim Instant Messaging nennen. AOL hat für seine beiden IM-Dienste AIM und ICQ eine XMPP-Schnittstelle geschaffen. XMPP ist die Abkürzung für das IM-Protokoll, welches besser unter dem Namen Jabber bekannt ist. Bei vielen Diensten, wie GMail und GMX gibt es eine solche Schnittstelle bereits. Was es bringt? Egal bei welchem Jabber-kompatiblen Dienst man ist, man kann nun ohne Umwege mit ICQ- und AIM-Nutzern kommunizieren. Wer also ICQ verlassen möchte, braucht sich nun keine Gedanken mehr zu machen, dass er dadurch seine bisherigen Kontakte nicht mehr erreichen kann.
Auch darauf haben wir lange gewartet. Wikia, die private Firma von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, hat endlich ihre Antwort auf Google als Beta online gestellt: Wikia Search. Wales will mit dieser neuen Suchmaschine den gleichen offenen Ansatz verfolgen, den auch Wikipedia geht. Die Algorithmen dieser Suchmaschine stehen offen, und die Qualität der Ergebnisse hängt allein vom Engagement der Nutzer ab. Eine gute Einschätzung und Screenshots gibt es bei f!xmbr.
Wer früher mal ein auf dem Schulhof getauschtes Computerspiel auf dem eigenen Rechner gestartet hat, kennt es wahrscheinlich. Das Problem mit den Bootsektor-Viren. Tatsächliche Viren gibt es heutzutage eigentlich kaum noch. Sie wurden durch ihre Artverwandten, die Würmer praktisch ersetzt. Der Unterschied ist, dass Viren keine eigene Verbreitungsroutine haben, sie sind also auf den Nutzer angewiesen. Er muss eine infizierte Datei starten, der Virus gelangt in den Speicher, danach infiziert er dann alle daraufhin gestarteten Dateien. Als Verbreitungsmedium beliebt sind z.B. Disketten. Würmer hingegen verbreiten sich - oft selbstständig - über das Internet. Die Definitionsgrenzen sind allerdings fliessend. Fest steht allerdings, dass Viren sich an bestehende Dateien anhängen, während Würmer diese allenfalls als ein Medium zur eigenen Verbreitung nutzen. Startet man bei Viren den Rechner neu, sind sie allerdings nicht mehr im Speicher, so dass man erst wieder eine infizierte Datei starten muss, damit sie ihr Werk verrichten können. Anders ist das bei Bootsektorviren - diese richten sich im Master Boot Record ein und sind quasi ab Rechnerstart wieder da. Und sie erleben laut Heise ein Revival. Ein neuer (noch nicht benannter) Virus legt sich in Windows als Rootkit ab und bleibt dadurch unerkannt, dass er Windows bei Zugriff auf den MBR auf eine Kopie des alten MBR lenkt.
Ein Artikel bei Heise baut ein weiteres Schreckensszenario auf. In dicht besiedelten Gegenden gibt es bekanntlich mittlerweile viele WLAN-Router. An der Indiana University wurde ein epidemisches Modell erstellt, wie die Verbreitung eines WLAN-Wurmes aussehen könnte. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Wurm Schadroutinen für eine grosse Anzahl an Routermodellen mitbringt und die Nutzer bestenfalls noch das Standardpasswort eingestellt haben. Allerdings weiss man nicht, was die Zukunft bringt. Es ist also durchaus sinnvoll schon einmal darüber nachzudenken, welche Gefahren unbedacht eingesetzte Technologien ausser den offensichtlichen (Netzunsicherheit) sonst noch mit sich bringen.
Auf der CES gab Asus bekannt, dass der Eee-PC das erfolgreichste Produkt der Firmengeschichte ist. Und dies obwohl er nur seit sehr kurzer Zeit in begrenzten Regionen (und Stückzahlen) zu haben ist). Das bestätigt noch einmal den Trend, den wir schon seit Wochen predigen. Die Konsumenten wollen einfach nicht zwingend Hochleistungshardware. Während Microsoft noch nicht ganz weiss, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen sollen, preschen bereits andere Hersteller auf den gleichen Markt. Shuttle - bekannt für Motherboards und Barebones - stellte auf der CES einen 199$-PC (ca. 136 EUR) vor, der nicht nur günstig sondern auch echt schick ist. Everex - einer Tochter von FIC (OpenMoko) - stellt bei WalMart ebenfalls weitere günstige Linux-Rechner in die Regale. Neben dem gPC bieten sie als Eee-PC-Alternative nun auch das Cloudbook.
Aktuelle Neuigkeiten zum Thema Cheap Linux Ultramobile PCs gibt es übrigens auf clumpc.com.
dimdim - klingt irgendwie indisch, ist es auch. Es handelt sich um ein interessantes OpenSource-Projekt, welches seine Funktionalität in einer Beta nun auch als kostenlos gehosteten Dienst anbietet. Mit dimdim kann man komplett einzig und allein über den Browser eine Konferenz abhalten. Als Host einer Konferenz kann man neben einem Webcam-Video auch Präsentationen und den eigenen Desktop übertragen. Ausserdem gibt es ein Whiteboard, an welchem die Teilnehmer der Konferenz gleichzeitig arbeiten können. Das ganze ist sehr einfach zu bedienen und sicher, da SSL-verschlüsselt. Ein wirklich beeindruckendes Produkt. Auf der Seite kann man sich zu einer Beta einladen lassen, oder - wenn man es sich zutraut - die Software auf dem eigenen Server installieren. Die Präsentationsvideos auf der Seite sind definitiv empfehlenswert.
Will man mit zwei Spielern an einem Fernseher spielen hat man das Problem, dass dies meist nur im Splitscreen möglich ist. Das Ärgerliche ist, dass man so auch sehen kann, was der Gegner gerade macht. Texas Instruments hat auf der CES eine Lösung vorgestellt. Man schließt zwei Konsolen an einen Adapter an und diesen dann an den Fernseher. Dann wird im Wechsel jeweils das Bild der einen Konsole und das das Bild der anderen Konsole gezeigt. Die Spieler haben eine Shutterbrille auf, welche sich öffnet wenn das für sie gedachte Bild auf dem Bildschirm angezeigt wird, und schließt wenn das gegnerische Bild zu sehen ist. Bei einem 120Hz Fernseher erhält man so 60Hz für jeden Spieler, was durchaus in Ordnung ist. Diese Technik liesse sich natürlich auch direkt in die Konsolen integrieren, so dass kein Adapter (und eine zweite Konsole) mehr nötig wären.
Die Betonung liegt auf 4.0 denn es handelt sich hierbei laut Entwicklern nicht um KDE4, wie man vielleicht annehmen könnte. KDE4 sei das vollständige Produkt welches in einem Prozess erst noch entstehe. KDE 4.0 sei hier nur die erste Version und noch nicht wirklich für den breiten Einsatz geeignet. Da stellt man sich die Frage: Warum nennen sie das Ganze dann nicht wie üblich Beta?
KDE ist neben Gnome der beliebteste Desktop für unixoide Betriebssysteme (Linux, BSD, Solaris, usw.). Die vierte Ausgabe wurde lange herbeigesehnt, da sie einen völlig neuen Unterbau mit komplett neuen Designphilosophien hat. Alles ist schön modular und die Schnittstellen sind wohldefiniert. Die konkreten Neuerungen sind bei Heise nachzulesen. Für die meisten Distributionen gibt es bereits Pakete und entsprechende Installationsanleitungen (und Tipps). Grosse Erwartungen an KDE4 gab es auch deshalb, weil viele Anwendungsentwickler (bspw. Amarok) gesagt haben, dass Windows-Portierungen erst mit KDE4 möglich werden.
Das klingt zunächst nicht so wichtig. Man überlege sich aber, dass Sun ein grosser Konzern ist und MySQL neben Linux eines der mächtigsten OpenSource Projekte. Dadurch wird dieser Kauf schon bedeutender. Das bekannte 4er-Gespann der OpenSource-Welt ist der LAMP-Stack (Linux, Apache, MySQL, PHP). Sowohl Sun, als auch MySQL haben durchblicken lassen, dass man sich durch diese Zusammenarbeit erhofft, einen Stack mit OpenSolaris als Betriebssystem und Java als Programmiersprache zu etablieren. LAMP soll natürlich nicht abgeschrieben werden, aber man kann sich schon vorstellen, dass Sun seine eigenen Kinder bevorzugt behandeln wird.
Einen anderen Aspekt dieses Kaufs beleuchtet ein Kommentar von Oliver auf f!xmbr. War früher von Free Software die Rede, mit Betonung auf Freiheit (libre), so wurde sie heute durch das Schlagwort OpenSource ersetzt. Besser als Oliver kann ich es nicht ausdrücken:
Die einstige Revolution von Linux und freier Software, mußte der Konterrevolution von Open Source weichen, sowie dem massiven Eintritt der Großkonzerne. Letztere leben nicht diese Offenheit, es ist nur ein temporärer Markt. Solange alles gut geht macht man mit, ansonsten gibt man Fersengeld. Mehr sollte man sich bei der Unterstützung nicht einbilden, immerhin zählen heute teils ärgste Feinde von Open Source zu willigen Mitstreitern und Supportern. Uneigennütziger Support, wie oft als Credo von Open Source postuliert, ist dort definitiv nicht die Triebfeder...
Engadget, youtube1, youtube2
Nachdem wir in der letzten Folge Secunias PSI vorgestellt haben, kommt diese Woche ein kleines aber feines Tool des Antiviren-Spezialisten Trend Micro an die Reihe. Mit der kostenlosen Software RUBotted wird der Netzwerkverkehr auf Aktivitäten von Bots untersucht, um sie auf diesem Wege zu entdecken und nicht wie sonst üblich über das Durchsuchen der Festplatte.
Zum Anlass des neuen Releases wollen wir auch mal wieder Werbung für ScummVM machen. Mit diesem Programm kann man seine alten Adventures (LucasArts, usw.) auch auf aktuellen Rechnern spielen. Einige Spieleentwickler sind sogar so dankbar, dass sie ihre alten Spiele der ScummVM-Community kostenlos zur Verfügung stellen. Dank guten Filtern auch in höheren Auflösungen. ScummVM läuft auf allen Geräten, die man sich vorstellen kann, in der aktuellen Version auch auf dem iPhone bzw. iPod Touch. Neu ist nun auch die Unterstützung von Spielen wie der Elvira-Reihe.
Zum Schluss möchten wir ein kostenloses Linux-Magazin empfehlen. Das YALM Magazine haben wir unseren Schweizer Nachbarn zu verdanken. Es kommt aus dem Ubuntu-Umfeld, geht aber darüber hinaus. Die Artikel sind gut geschrieben und durchweg interessant.
Länge: 01:02:57
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Sehr guter Beitrag!
Danke :-)
auch von mir, danke g
Zum Thema UMTS kann ich Euch nur Recht geben: Die Konditionen sind uninteressant, v.a. müsste es endlich Call-by-call-Optionen mit UMTS geben.
Mich hätte UMTS schon längst mehr interessiert, wenn die nicht mit Tarifen von vorgestern arbeiten würden. Ich mein Traffic in Blöcken zu verkaufen und ähnliches ist einfach kundenunfreundlich.
Dabei hätte man UMTS als Nachfolgetechnologie zum guten alten Modem verkaufen können, wenn nicht die WLAN-Geschichte dazwischen gekommen wäre. Aber es gibt eben jede Menge Orte, an denen es keinen Hotspot gibt und wo UMTS verfügbar wäre. Naja - ich ärgere mich jedenfalls darüber, unnötig ein UMTS-Handy gekauft zu haben.
hey,
so ne lange show hat auch mal was. ihr hörtet euch aber n bisschen erschöpft an :)
dummer kommentar: was is mit dem akronym JAMS (java, apache, mysql, solaris) ? das klingt griffig.
Das gibt extra Punkte für kreatives Querdenken. :-)
Mir waere ja sonst noch JAMO eingefallen (Java, Apache, MySQL, OpenSolaris)
bzw MAJO ;)
Das ist zumindest so auffällig, dass man es sich tatsächlich einprägt.
Konbanwa,
Grüße aus Japan. Die Nachforschungen hier sind im vollen Gange.
Gruß
Nirusu
Bestens, dann kannst du dir ja schon mal Gedanken machen was für uns in Deutschland über Japan in Sachen Technik interessant sein könnte. :-)
Hab gerade mit Matthias darüber gechattet ;)
Hallo Timon, hallo Matthias!
Zuerst einmal möchte ich loswerden, dass mir Euer Podcast sehr gut gefällt. Für mich ist das wirklich “Wissen” kompakt verpackt in einer guten halben Stunde.
Oft gefällt mir auch (nicht immer), dass Ihr mit unterschiedlichen Meinungen ein Thema kontrovers diskutiert. Darf halt nicht ausufern.
Darüber hinaus möchte ich ein in meinen Augen sehr wichtiges Thema vorschlagen:
VDS! Mich wundert es schon fast, dass Ihr nicht von alleine das Thema “Verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung” ganz oben auf die Liste gesetzt habt aus aktuellem Anlass.
Neben der aktuellen Situation, die bestimmt nicht jeder verstanden hat, wären dann auch Gegenmaßnahmen wie JanDo (JAP), PerfektPrivacy, Relakks usw. einen Bericht wert.
Vielleicht kann ich Euch ja ermutigen, darüber zu berichten.
Grüße,
Jason
Hi Jason,
also mit der Vorratsdatenspeicherung haben wir uns eigentlich schon so oft beschäftigt, dass wir das Thema beide selbst nicht mehr hören können.
Über Gegenmaßnahmen würde es sich allerdings schon mal lohnen zu berichten.
Beste Grüße,
Timon
Hallo Timon,
Danke für die schnelle Antwort.
Kannst Du mir noch sagen, in welcher “Episode” Ihr schon darüber berichtet habt.
Dann höre ich mir die noch einmal an.
Ich habe ein wenig Erfahrung mit JanDo.
Grüße,
Jason
Verwende einfach mal die Suche (rechts in der Seitenleiste) auf unserer Website und such mal nach dem Stichwort Vorratsdatenspeicherung. Da solltest du mehr als genügend Episoden finden.
Hallo,
da ich keine E-Mail gefunden habe auf diesem Weg einen Hinweis vielleicht für den nächsten Podcast -> Online-Datensicherung www.gigabank.de
Insbesondere die Autoamtik im Hintergrund finde ich interessant, nur sind die Datenmengen etwas klein.
Gruß
Thomas
Hi, unsere E-Mail Adresse steht rechts in der Seitenleiste unter “Kontakt” und am Ende der Shownotes ist auch ein Absatz wo jedesmal die E-Mail Adresse steht.
Ansonsten such mal in unserer eingebauten Suche (rechte Seitenleiste, oberere Hälfte) nach Gigabank. Ich hatte die Firma bereits in den News erwähnt.
Beste Grüße,
Timon
trend micro, der viren-hersteller, lol :D (58:56)
Tja, zumindest haben wir Humor. ;-)
Das war wieder mal ein tolle Folge, auch wenn ich über einen Monat gebraucht habe, bis sie in meiner “zu hören”-Liste an erster Stelle stand. Aber irgendwie hatte ich dieses Mal das Gefühl, dass zwischen euch ein wenig was in der Luft lag. Was wohl auch die stellenweise auftretenden Schweigorgien erklärt ;-) Wie dem auch sei, wieder mal sehr informativ. Macht weiter so!
Hi Totto,
also in der Top 3 für solche Ursachen stehen:
1. die Sendung wurde spät in der Nacht aufgenommen
2. nicht gut genug geschnitten
3. einem von uns ging es gerade gesundheitlich nicht gut
Das unterschreibe ich ;) Manchmal ist man halt etwas muffelig (aus o.g. Gruenden), nimmt die Sendung aber natuerlich trotzdem auf. Ausgeschlafen und gesund sein, traegt deutlich zu einem positiven Klima bei, ist aber nicht immer eine Option.