Moderatoren: Matthias Niess und Timon Royer
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Themen:
Nachdem wir in der letzten Sendung darüber sprachen, wie es mit Yahoo in den letzten Jahren bergab ging, resp. dieses Unternehmen kaum nennenswerte Innovationen brachte (von Zukäufen mal abgesehen), stellen wir in dieser Sendung eine Innovation seitens Yahoo vor. Es geht um den Dienst Yahoo Live!, der dieser Tage mit einigen Problemen an den Start ging.
Das ganze funktioniert so: Angemeldete Nutzer klemmen Webcam und Mikrofon an den Rechner, melden sich bei Yahoo an und können direkt live senden. Wenn man nun selbst sendet (oder auch nicht), kann man sich gleichzeitig noch in den Stream von anderen Leuten einklinken - es entsteht ein Netzwerk. Man sieht also nicht nur den Stream, den man angewählt hat, sondern auch die Videos der Zuschauer dieses Streams. Das endet in der jetzigen Beta erst einmal darin, dass man gelangweilte Jugendliche in ihren Kinderzimmern sehen muss.
Die Technik als solche gibt jedoch deutlich mehr her. Dank einer API, die Yahoo anbietet, könnte dieser Dienst in seinem nutzen in Zukunft erweitert werden. Man stelle sich nur folgendes Szenario vor: Alice ist auf einer politischen Veranstaltung und sendet mit ihrem UMTS-Mobiltelefon einen Videostream über Yahoo. Bob, Peter und Andrew sind auf der gleichen Veranstaltung und senden ebenfalls von ihren mobilen Geräten - sind dabei über Yahoo Live! mit Alice in einem Quasi-Netzwerk. Besucher der Yahoo-Seite können nun die Veranstaltung aus unterschiedlichsten Perspektiven live verfolgen. Das heißt also, dass so wie heute Blogger schneller sind, als konventionelle Nachrichtenagenturen, zukünftig evtl. Nutzer dieses Dienstes die Welt schneller mit Live-Bildern aus mehreren Perspektiven versorgen werden, als herkömmliche Fernsehsender. Die Qualität der Bilder und Inhalte wird natürlich nicht die gleiche sein. Es stellt aber einen weiteren Schritt in der sich selnst beschleunigenden Informationsgesellschaft dar.
Und um trotzdem nochmal auf das Thema der letzten Sendung zurückzukommen: Yahoo weist Microsofts Übernahmeangebot als zu gering zurück. Stattdessen wolle man lieber mit Google in der Suche kooperieren. Wie die Wettbewerbshüter eine solche Kooperation bewerten werden, steht auf einem anderen Blatt. Auch ist die Zrückweisung eines solchen Angebotes nicht unüblich, um den Preis zu steigern und andere Interessenten auf den Plan zu rufen. Auch Google meldet sich unterdessen mit eigenen Gedanken zur geplanten Übernahme zu Wort.
Ohne groß Werbung dafür zu machen, startet Google in der englischen Ausgabe seines Nachrichtenportales eine neue Funktion für Lokalnachrichten. Man kann auf der Newsseite nun eine Stadt angeben und bekommt dann Nachrichten zu eben diesem Ort. In unserem Test funktionierte das mit deutschen Städten eher mangelhaft. Das mag aber auch daran liegen, dass diese neue Funktion momentan eher noch auf die USA zugeschnitten ist.
Wer einen schnellen Überblick über die Schlagzeilen der großen Tageszeitungen weltweit haben will, ist im Newseum genau richtig. Dort kann man zum aktuellen Tag die Titelseiten vieler Zeitungen bewundern (und auch als PDF herunterladen). Zu ausgewählten “historischen” Ereignissen gibt es auch ein Archiv, in das sich zurückblicken läßt.
Der Aufreger der Woche war definitiv ein Artikel auf Spiegel Online. Mitterweile ist wohl allen klar, dass es an den amerikanischen Grenzen reichlich paranoid zugeht. Die Kontrollen werden immer schärfer, im Internet kursieren viele Schauergeschichten über Verhörmethoden an amerikanischen Flughäfen, die in Deutschland als Folter bezeichnet würden. In einer Umfrage des Verbandes der US-Reisebranche wurden die Einreiseprozeduren des Landen als die schlimmsten weltweit bezeichnet.
Laut des SPON-Artikels möchte die TSA nun wohl auch an die Daten der Reisenden. Speziell bei Einreisenden mit arabischen oder asiatischen Namen nähme man Laptops, MP3-Player und Mobiltelefone genauer unter die Lupe. Es würde - so Spiegel Online - nach den Zugangspasswörtern gefragt, um dann in Ruhe die Daten auf den Laptops zu sichten, zu kopieren und unter Umständen sogar die Geräte einzubehalten. Wie sollen Geschäftsreisende nun reagieren? Volle Kooperation ist selbstverständlich, schließlich will wohl kaum einer direkt wieder nach Hause geschickt werden. Die beste Empfehlung ist wohl, mit einem blanken Laptop einzureisen, und erst vor Ort über eine sichere Internetverbindung (z.B. SSH o. OpenVPN) die Daten auf den Rechner zu holen. Eine weitere Möglichkeit wäre Verschlüsselung der Daten. Wird diese entdeckt ruft sie aber wohl noch mehr Argwohn bei den Sicherheitsbehörden hervor.
Endlich ist es soweit. Wir haben TrueCrypt schon oft empfohlen, doch komfortabel nutzbar war es bisher nur unter Windows. Mit der neuen Version gibt es nun eine grafische Oberfläche für Linux und auch Mac OS X wird endlich offiziell unterstützt. Man darf ja gespannt bleiben, ob das extra fuer den Mac gestartete Projekt OSXCrypt nun noch weitergeführt wird.
Die wohl bemerkenswerteste neue Funktion von TrueCrypt ist Windowsnutzern vorbehalten. Man kann nun die gesamte Systempartition verschlüsseln. Das Passwort zum entschlüsseln gibt man dann noch vor dem Windows-Start ein (sg. Pre-Boot-Authentication). Das ganze ist ziemlich Narrensicher implementiert; so läßt sich ein bestehendes Windows verschlüsseln. Bricht der Vorgang ab kann er später einfach fortgesetzt werden. Wenn man möchte, kann man die Festplattenverschlüsselung auch wieder rückgängig machen. Wir raten trotzdem dazu, vorher ein Backup der wichtigen Daten anzulegen.
Damit Linux-Nutzer nicht ganz im Regen stehen bleiben sei hier nochmal auf eine umfassende Anleitung für dm-crypt hingewiesen. Für Ubuntunutzer gibt es wie immer alle nötigen Informationen im ubuntuusers Wiki, um ein komplettes System oder einzelne Partitionen zu verschlüsseln.
Vor ziemlich exakt zwei Jahren berichteten wir über einen Durchbruch in der “Batterietechnik”. Doppelschicht-Kondensatoren (auch Super-/Ultrakondensatoren bzw. UCs) haben die höchste Energiedichte aller Kondensatoren und kommen aufgrund ihrer hohen Belastbarkeit in vielen Gebieten zum Einsatz. Der Durchbruch vor zwei Jahren war, dass für die Elektroden anstatt Aktivkohle Nanoröhrchen eingesetzt wurden. Dadurch liess sich die Oberfläche der Elektroden noch weiter erhöhen und es wurden beliebige Bauweisen möglich. Man versprach damals es werde bald Ultrakondensatoren in der Größe von herkömmlichen Batterien geben, so dass die alten Geräte nicht ersetzt werden müssten. Der Vorteil: UCs lassen sich in wenigen Sekunden aufladen, halten jahrelang und sind temperatur- und schockresistent.
Das war vor zwei Jahren. Seit dem hat man nicht mehr viel von der Superbatterie gehört. Das amerik. Startup EEStor hat nun einen exklusiven Vertrag mit dem Rüstungsunternehmen Lockheed Martin über die Nutzung der neuen Technik geschlossen. Wenn man dies als Zeichen wertet, dass EEStor nicht nur Luftschlösser baut, dann können wir vielleicht endlich bald auf vernüftige Energiespeicher hoffen.
Die texanische Firma EEStor hatte zuvor allerlei mutige Aussagen zur Leistungsfähigkeit ihrer Technologie gewagt, ohne je ein kommerzielles Produkt zeigen zu können. Ein Vertrag, den das Unternehmen in den letzten Wochen mit dem Luft- und Raumfahrtkonzern Lockheed Martin abgeschlossen hat, spricht nun allerdings dafür, dass EEStor langsam Fortschritte macht - genügend jedenfalls, um den Giganten der Rüstungsindustrie von sich zu überzeugen. Die neue Übereinkunft gibt Lockheed eine exklusive internationale Lizenz, die Energiespeichersysteme des Start-ups für Anwendungen im Militär- und Heimatschutzbereich einzusetzen - von fortschrittlichen Fernlenksensoren über Raketensysteme bis hin zu Akkupacks für Soldaten und Elektrofahrzeuge. Die Technologie könne die “Energieunabhängigkeit des Militärs” ermöglichen, hieß es in einem Statement von Lockheed.
Da haben wir so viel von dem EEE-PC geschwärmt und schon wird bekannt, dass Asus bei der Sicherheit geschlampt hat. Es wird eine uralte Version des Dienstes für Windows-Dateifreigaben (Samba) verwendet. Wer einen EEE sein Eigen nennt, kann die Sicherheitslücken selbst leicht nachvollziehen. Auch wenn Linux vermeintlich sicher ist, muss natürlich von Herstellerseite dafür gesorgt werden, dass es so bleibt. Wer sich da nicht von Asus abhängig machen will, findet auf eeeuser.com viele Anleitungen, um andere Systeme (auch Windows) auf dem EEE zu installieren.
Das Müll-Karussell, Spiegel Online (Details folgen)
Weitere Infos: wikipedia - Müllstrudel / Spiegel Online - Plastikmüll fährt Karussel / Greenpeace - Bordtagebuch: Zum Müllstrudel im Nord-Pazifik / Videodoku zum Thema von Cryptic Moth / Website von Cryptic Moth / Themenspezial zur Verschmutzung der Meere von der LA Times, Teil 4 beschäftigt sich mit dem Müllstrudel und bietet auch ein Video dazu / The Independent - The world's rubbish dump: a garbage tip that stretches from Hawaii to Japan / Plastic in the sea / Trashed - Across the Pacific Ocean, Plastics, Plastics, Everywhere
Das war der Ausspruch eines amerikanischen Senators, der das Internet als eine Aneinanderreihung von Röhren bezeichnet. Was seine Angestellten angeblich bewerkstelligt haben sollen, könnte mit einem IMB-Forschungsprojekt namens Project Kittyhaw nun in der Theorie möglich werden. Das von The Register aufgedeckte Projekt hat tatsächlich erstaunliche Eigenschaften.
Für das Internet benötigte Anwendungen wie Apache, MySQL oder Java laufen heutzutage meistens auf Cluster-Systemen. Dort wird verhältnismässig günstige Hardware zu einem grossen Haufen (Cluster) vernetzt, welcher von aussen wie ein einziges System genutzt werden kann. Solche Cluster sind günstig und leicht zu erweitern, haben aber extrem hohe Platz- und Energiekosten. Kittyhawk soll diese Probleme nun lösen eine eine für viele Bereiche effizientere L&oouml;sung anbieten.
Die Forscher setzen dazu IBM’s Supercomputer-Plattform BlueGene/P ein, um darauf Webapplikationen zu hosten. Die Plattform besteht vielen kombinierten Systemen in denen jeder einzelne Knoten ein s.g. System-on-a-Chip darstellt. Auf einem Chip sitzen vier Prozessoren, Speicher und die Verbindungscontroller. 32 solcher Knoten finden auf einer Karte platz, ein komplett bestücktes Serverrack bietet Platz für 1024 Knoten mit 2 Terrabyte Speicher. In der Theorie waere ein System mit 67,1 Millionen Knoten und 32 Petabyte Speicher möglich.
Die BlueGene/P Plattform kann zum Teil auch als Cluster in Miniaturformat aufgefasst werden, so dass die einzelnen Knoten tatsächlich auch als einzelne Rechner nutzbar sind. Bisher wird die Plattform dafür genutzt eine einzige Aufgabe gut zu erledigen und ist dabei um zwei Grössenordnungen ausfallsicherer als Cluster (und damit auch günstiger). Letzteres ist ein weiterer Pluspunkt, BlueGene/P für Webanwendungen einzusetzen. Dagegen spricht allerdings, dass es manche Anwendungen nicht (mehr) für die PowerPC Architektur gibt, welche auf den Prozessoren zum Einsatz kommt. Wir bleiben gespannt, ob bald jeder mit genügend Geld aus seiner Garage ein Rechenzentrum betreiben kann. Weitere Infos bei Golem.
Project Kittyhawk - Einer, sie alle zu hosten (Details folgen)
Liquid Rescale mit IntuImage
Video-Tutorials für GIMP
Länge: 43:09
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Hallo Ihr,
tolle Themen.
Zu Yahoo-Live: das erste was ich sah war natürlich ein nackter Mann der an seinem Glied spielte. So etwas ist bei so einem Dienst ja zu erwarten. Der wurde dann aber sehr schnell gesperrt.
Zu Newseum: Super tolle Sache. Man kann sich sehr schnell einen Überblick verschaffen. Vielen Dank für den Tipp.
Zu Plastikmüll: Unglaublich, schade dass es keine Fotos gibt. Derzeit denke ich noch, dass das nicht wahr ist. Aber das dachten wir ja auch bei den Monsterwellen.
Zu TrueCrypt 5: Wie aufwendig ist die Verschlüsselung denn und gibt es Hintertüren ? Was mache ich, wenn ich das Passwort vergessen habe ?
Gruß
Martin
Hi Martin,
bis Matthias den Artikel zu Ende geschrieben habt habe ich schon mal eine Linksammlung mit Videos und Fotos zum Thema Müllstrudel im Pazik zusammengestellt. Da solltest du dann auch fündig werden. Der Artikel der LA Times ist interessant, insbesondere das Video dazu.
Zu Truecrypt kann Matthias dir vermutlich mehr sagen als ich. Hintertüren hat Truecrypt keine, der Quellcode für Truecrypt liegt ebenfalls offen vor.
Positiv ist bei Truecrypt, dass z.B. in der neuesten Version Algorithmen die in Zukunft als knackbar angesehen werden wie SHA-1 nicht mehr für die Erzeugung neuer Volumes angeboten werden. Lesen kann man natürlich die mit alten Versionen erzeugten Volumes noch aber zum erstellen neuer Volumes werden nur die verbesserten Algorithmen zugelassen.
Wenn du dein Passwort nicht mehr weisst kommst du nicht mehr an deine Daten, da es eben keinerlei Hintertüren gibt. Das ist ja auch Sinn der Sache. Für gewöhnlich vergisst man solche Passwörter aber eigentlich nicht, da man sie ja regelmäßig verwendet.
Hi Timon,
aber dass das System mit Truecrypt verschlüsselt wurde kann man auf dem ersten Blick sehen ? Oder kann man ein Alibi-System installieren ? Ich habe leider überhaupt keine Ahnung.
Kann man ein System auch zweimal verschlüsseln ? Oder weigert sich Truecrypt es ein zweites Mal zu machen ?
Hi Martin,
also wenn du dein komplettes Volume verschlüsselst ist natürlich klar das beim Start ein Kennwort abgefragt wird. Du kannst bei Truecrypt mehrere Algorithmen kombinieren. Allerdings senkt dies auch die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten.
Hi Timon, hi Matthias,
vielen Dank für die Links zum Plastikmüll.
Ich hatte mir das, wie eine riesige Fläche
aus Müll vorgestellt, die wie ein Teppich da rumschwimmt. Riesige Berge Müll. Aber es scheint “nur” eine Schicht aus Miniplatikteilen zu sein.
Ich hoffe, dass das kein Fake von den Leuten ist. Die toten Vögel sahen so präpariert aus.
Ich werde es weiterhin verfolgen.
Wenn das alles so stimmt, dann weiß ich auch nicht - da fehlen mir die Worte.
Auch wenn es die Erde in ein paar Milliarden Jahren so wie so nicht mehr gibt und es eigentlich egal ist, wie sauber wir mit der Erde umgehen, aber die vielen gequälten Kreaturen bis dahin.
Wie schrecklich, was hat sich Gott nur dabei gedacht ?
Wenn ich mir Gott vorstelle, dann vergleiche ich das immer mit jemanden, der vor seinem Aquarium sitzt, der nur schaut und wenig eingreift und sich freut, das alles funktioniert, was er erschaffen hat.
Gruß
Martin
Hey Martin,
habe deinen Kommentar erst jetzt entdeckt. Also man darf es sich stellenweise tatsaechlich als riesen Teppich vorstellen. Ich habe sowas selbst nie gesehen, aber schon vor knapp 10 Jahren von vielen Seeleuten persoenlich erzaehlt bekommen.
Matthias